Experimentelle Einzelfallforschung Flashcards Preview

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Flashcards in Experimentelle Einzelfallforschung Deck (8)
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1

Was sind Vorteile von nicht experimentellen Fallstudien?

Oft wird argumentiert, dass Fallstudien die Kluft zwischen Forschung und Praxis verkleinern: Fallstudien sind nahe am Einzelfall und Kliniker können leicht auch selbst Fallstudien durchführen

Auch seltene Phänomene können illustriert werden (Bsp. Oliver Sacks Studien)

Fallstudien sind v.a. auch während der Entwicklung neuer Erhebungs- und Behandlungsformen nützlich (auch aus ethischen Gründen: Pilotversuch besser nur an wenigen Pat.)

2

Was sind Nachteile von nicht experimentellen Fallstudien?

Nachteile ergeben sich v.a. durch • die Konzentration auf den einzelnen Fall: Es ist nicht möglich zu entscheiden, ob Ergebnisse auch Gültigkeit für andere Fälle haben: Generalisierungsmöglichkeit ist eingeschränkt

Es können leicht « plausible » Geschichten geschrieben werden, welche Faktoren für ein Ergebnis wesentlich waren, aber aus einer anderen Perspektive lassen sich meist auch andere « plausible » Geschichten ableiten: Viele « unkontrollierte » Variablen

Die Auswahl der vermeintlich relevanten Variablen ist oft entscheidend für die Auswahl eines Falles (keine Zufallsauswahl eines Falles). Das Interesse an einem spezifischen Fall wird auch den Forschungsprozess bestimmen: « Verminderte » Objektivität

3

Was ist die Logik hinter experimentellen Einzelfalldesigns?

Logik: Wenn alle anderen Variablen konstant gehalten werden, und die einzige Variable, die verändert wurde das Einführen der Intervention war, kann darauf geschlossen werden, dass die Intervention kausal für die Veränderung
verantwortlich war.

Weil es nicht möglich ist alle möglichen Störvariablen zu kontrollieren, sind Replikationen von Einzelfallexperimenten wichtig!

4

Was ist der Unterschied zwischen Quasi-experimentellen und experimentellen Einzelfalldesigns?

Bei quasi-experimentellen Designs wird die Intervention nicht gezielt eingeführt bzw. manipuliert. Es wird « einfach » wiederholt gemessen und beobachtet, wie sich die Zielvariable in Abhängigkeit von den « natürlicherweise » verwendeten Interventionen verändert

5

Was ist im Rahmen von experimentellen Einzelfallstudien mit einem ABAB-Design gemeint? 

A = Baseline

B = Intervention

Idee: Eine Rückkehr auf das Ausgangsniveau bei der zweiten Baseline-Erhebung stärkt Validität der Kausalitätsaussage. In der Praxis häufiger so, dass nach Wegnahme der Intervention (A - B - A - B) nicht wieder ansteigt. Wegen stabilbleibender Baseline ist A-B-A häufiger in Klinik...

6

Was versteht man unter einem Multiple-Baseline-Design? Denken Sie sich eine Beispielstudie mit diesem Design aus.

  • • Experimentelle Bedingungen werden bei verschiedenen Versuchpersonen oder bei unterschiedlichen Variablen zu unterschiedlichen Zeitpunkten eingeführt
  • 1, 2 und 3 können also verschiedene Versuchspersonen sein oder unterschiedliche Variablen bei der gleichen VP wie z.B.
    • 1. Interventionen, die auf negative Gedanken abzielen
    • 2. Interventionen, die auf Achtsamkeit abzielen
    • 3. Interventionen, die auf Verhalten abzielen

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Was sind Vorteile von experimentellen Einzelfallforschungsdesigns?

  • Es kann eine klare kausale Beziehungen zwischen einer Intervention und einer Veränderung aufgezeigt werden
  • Sehr viel billiger als experimentelle Studien mit grossen Stichproben
  • Verschiedene Einzelfallexperimente können in rascher Abfolge aufeinander aufbauen und so schnell zur Entwicklung oder Optimierung einer Intervention beitragen
  • Im Gegensatz zu vielen Gruppenstudien wird nicht einfach Prä und Post gemessen. Die wiederholte Messung erlaubt die detaillierte Analyse von Veränderungsmustern und zeitlichen Abfolgen der Veränderung
  • Häufige methodische Probleme in klinischen Studien (z.B. Powerprobleme) werden vermieden

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Was sind Nachteile von experimentellen Einzelfallforschungsdesigns?

  • V.a. eingeschränkte Generalisierungsmöglichkeiten auf Population: Eine Intervention, die sich bei einem Individuum als wirksam erwiesen hat, muss bei einem anderen nicht wirksam sein.
  • Aber! Auch in Gruppenstudien werden Patienten oft selegiert (z.B. homogen bezüglich Störung) und auch da stellt sich die Frage der Generalisierbarkeit
  • Wie bei Gruppenstudien können auch Einzelfallexperimente bei verschiedenen Individuen mit verschiedenen Problemen und in unterschiedlichen Settings wiederholt durchgeführt werden (um Aussagen stärker generalisieren zu können)