Kapitel 9 - Education Flashcards Preview

Sozialpsychologie II - Applied Social Psychology > Kapitel 9 - Education > Flashcards

Flashcards in Kapitel 9 - Education Deck (10)
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1

  • grundsätzlich gibt es intrapersonelle- und interpersonelle Prozesse. Welche Faktoren beeinflussen die Leistung eines Schülers bezogen auf die intrapersonelle Prozessen (3).
  • erkläre gleich, was intrapersonelle Prozesse sind.
  • erkläre dabei auch, was das akademische Selbstkonzept ist und welche Effekte damit verbunden sind.
  • erkläre was Selfhandicapping ist

  • intrapersonelle Prozesse (intra = innerhalb) = sind Eigenschaften, Motivation, Ängste und Hoffnung bezüglich der akademischen Leistung usw. (→ einfach alles, was in dem Individuum selbst liegt).
  • Faktoren, die die Leistung / Verhalten beeinflussen:
  1. ⇒ Theory of planned behavior (vgl. Kapitel 8; Health) :
    • Einstellungen gegenüber dem Verhalten
      → beliefs und Evaluation über die Konsequenzen des Verhaltens
    • subjektive Normen gegenüber dem Verhalten
      → was halten die anderen von meinem Verhalten? 
      → Motivation mit der Norm übereinzustimmen = vorhanden?
    • Wahrgenommene Kontrolle
      → habe ich meine Noten selber in der Hand oder macht der Lehrer sowieso was er will? (wie z.B. Frau Aue)
  2. akademisches Selbstkonzept
    • Akademisches Selbstkonzept:
      = Gefühle, Einstellungen und Wahrnehmung des Schülers bezüglich seiner akademischen Leistungen. 
      self-enhancement effekt: das akademische Selbstkonzept beeinflusst die Motivation und Leistung
      skill development effect: eine gute Leistung in der Schule führt zu einem positiveren akademischen Selbstkonzept.  

       das akademische Selbstkonzept beeinflusst auch die Wahl der Lehrnstrategie. 
    • Erfahrung und Attribution
      ​​die Erfahrung, die ein Schüler in der Schule macht, beeinflusst stark, wie er sich selbst wahrnimmt.  
      → wenn man es auf seine schlechten Fähigkeiten attribuiert (intern und stabil), dann wird es wohl keine Änderung im Verhalten geben.
  3. Selbsthandicapping*:
    • = sich selbst Barrieren und Hindernisse kreieren, welche einem am erfolgreichen meistern einer Aufgabe hindert.
      → das ist sehr praktische, da man so bereits eine Ausrede hat falls man scheitert und weil der Erfolg dann umso grösser ist, da er ja TROTZ des Handicaps eintraf. (→ reduziert die Kosten des Versagens und erhöht den Wert des Erfolges)**
    • self-handicapping kann negative Effekte auf das akademische Selbstkonzept und die akademische Leistung haben. (Die Lehrngewohnheiten sind dann auch weniger effektiv.)

*self-serving strategies = sich so verhalten, dass sein Selbstkonzept nicht verletzt wird und / oder man sein Selbstbild verbessern kann. Self-handicapping ist eine self-serving strategie

** Das Bsp. mit Susann und ihrer Statistikprüfung: wenn sie durchfällt, dann kann sie ihr Scheitern auf das Ausgehen mit den Freunden und das "zu wenig Lernen" zurückführen. Wenn sie aber trotz dieses Verhaltens besteht, dann ist das ja ein zeichen dafür, dass sie umso brillianter ist!
in beiden Fällen wir ihr Selbstwert geschützt.

2

1. wie kann die Leistung der Schüler verbessert werden:

Welche Probleme stellen sich hierbei bezüglich der Motivationssysteme? Wie kann man erklären, dass Motivationssysteme sich ablösen können (von wem ist die Theorie)?

welcher Effekt kann hierbei auftreten und wie könnte man ihn verhindern?

  • Es gibt intrinsische- und extrinsische Motivation (in der Schule wird ausschliesslich extrinsisch motiviert.)
     
  • Wenn eine intrinsische Motivation vorhanden ist und die Tätigkeit aber plötzlich extrinsisch belohnt / bestraft wird (= extrinsisch motiviert), dann kann die intrinsische Motivation damit kaputt gemacht werden.
    • Bem's "self-perception-theory" erklärt, dass wenn man nach dem Grund seines Verhaltens sucht, sich selbst beobachtet. Dann merkt man, dass man ja dafür belohnt wird, dass man etwas macht, weshalb wir dann denken, dass wir es wegen der Belohnung (=extrinsische Motivation) machen und nicht weil es uns gefällt. →wir atributieren unser Verhalten dann auf die externen Belohnungen, weil die Belohnung viel salienter ist.
    •  Hierraus resultiert der sog. overjustification effect, was die Tendenz des Menschen bezeichnet, dass wenn er extern motiviert wird die intrinsische Motivation verliert. d.h. dass man sein Verhalten auf die Situationellen Ursachen zurückführt statt auf die personellen.

3

wie kann der Overjustificationeffekt verhindert werden?

  • wie man den Overjustificationeffekt verhindern kann 
    • intrinsisch motivierten SUS* keine Belohnung geben
    • wenn die Belohnung unerwartet ist, dann war keine Zerstörung der intrinsischen Motivation zu beobachten
    • Autonomieerleben und selbstreguliertes Lernen bei den SUS fördern

 

*Schülerinnen und Schüler

4

erkläre das Kontinuum-Schema der externalen (bis hin zur internalen) Motivation von Deci und Ryan.

erkläre dabei die vier externalen und die internale Motivation und erläutere, was Amotivation ist

  • self-determination = der Grad an wahrgenommener Autononie und Entscheidungsfreiheit. → kommt die Aufgabe von mir oder wird sie mir von aussen aufgesetzt?
  • die Theorie hat 4 extrinsische Motivationen, die immer wie mehr der intrinsischen gleichen bzw. die immer mehr selbst-determiniert werden:
    • Amotivation ist, wenn der Schüler sich von Zweifeln an seiner Selbstwirksamkeit geplagt ist (= jehnseits des Kontinuums, aber neben der externalen Regulation)
    • ​Extrinsische Motivation:
      1. ​externale Regulation = pure extrinsische Motivation: eine gute Note erhalten und Bestrafungen vermeiden.
      2. introjizierte Regulation = das Individuum ist dadurch gresteuert, was es tun sollte bzw. was es denkt, was es wohl tun sollte. (bspw. kann es mir zwar egal sein wenn ich eine 3 in Statistik habe, aber ich will Boris alias B. Dog nicht entäuschen und gebe mir deshalb mehr Mühe)
      3. Integrierte Regulation = die Ziele stimmen überein mit meinen Zielen und meinem Selbstschema → in das Selbst integriert (bspw. bin ich an der Uni, aber weil ich das will und weil ein guter Student zu sein mit meinem Selbstkonzept übereinstimmt)
      4. identifizierte Regulation = ich mache die Tätigkeit, weil sie mir hilft zu erreichen was ich will. (bspw. bin ich an der Uni, weil ich dann endlich den Job ausüben kann den ich will.)
    • Intrinsische Motivation = man macht die Aktivität der Aktivitätswillen → aus reinem Interessen und der Zufriedenheit, die einem die Tätigkeit selbst gibt.

5

Erkläre die Theorie des sozialen Vergleichs von Festinger. In wie fern ist ebd. wichtig bezütlich der Leistung der SUS?

was bedeutet das im Bezug auf homogene vs. heterogene Klassen?

  • nach Festingers Theorie des sozialen Vergleichs gibt es zwei Massstäbe / Standards die wir zum Vergleich gebrauchen:
    • objektiver Massstab
    • sozialer Massstab
  • wenn nun kein objektiver Massstab da ist, dann greifen wir auf den sozialen zurück. Hierbei vergleichen wir uns selbst mit anderen (solchen die wir als uns ähnlich wahrnhemen) Personen. Hierei gibt es drei mögliche Vergleiche:
    • aufwärts gerichteter Vergleich: wir vergleichen uns mit Menschen, die besser sind als wir. ⇒wenn wir motiviert sind uns zu verbessern und wir höhere Ziele erreichen wollen.
    • abwärts gerichteter Vergleich: wir vergleichen uns mit Menschen, die schlechter sind als wir. ⇒ wenn wir unser Selbstwert bedroht sehen, dann nützen wir diesen selbstschützenden Vergleich.
    • *horizontaler Vergleich (nicht im Buch, nur der Vollständigkeitshalber): wenn man ein akkurates Feedback über seine Leistung will und darüber, wo man mit ihr steht
  • Welchen Vergleich SUS wählen hängt stark von den Umständen (wie positives oder negatives Feedback, homogene oder heterogene Klasse oder den Erwartungen und Zielen des Schülers) ab
  • es ist auch wichtig, ob der Schüler überhaupt die Möglichkeit hat, einen Vergleich anzustellen (sprich ob er Mitschüler hat, die er als ihm ähnlich wahrnimmt.)
    ⇒ wenn es in einer Klasse mit viel Leistungsstarken SUS aus der Ober- und Mittelschicht hat, dann wird die Leistung des Schülers (aus einer Minderheit stammend) positiv beeinflusst. ABER das Selbstwertgefühl des Schülers leidet, da er keine sozialen Vergleiche anstellen kann, weil die Gruppe ihm nicht ähnlich ist. 
  • ein weiterer wichtiger Faktor ist die wahrgenommene Kontrolle, ob man denn (bei einem aufwärtsgerichteten Vergleich) denkt, dass man sich auch verbessern kann.

6

Für welchen Effekt ist Rosenthal und Jacobson bekannt geworden? Erkläre Rosenthals Überlegungen (inkl. den vier Faktoren). Was stellt dieser Effekt im Grunde dar bzw. wofür ist er ein Beispiel? 

 

  • Pygmalion Effekt von R. Rosenthal und L. Jacobson:
    • die Erwartung, welche der Lehrer über den Schüler hat, beeinflusst dessen Leistung (in die Richtung der Erwartung). ⇒ ein interpersonaler Prozess
    • Rosenthal nennt 4 wichtige Bereiche, in denen sich die Erwartung manifestiert:
      1. Klima: wird das Kind positiv Unterstützt, ist es ein warmes und angenehmes Klima?
      2. Input: das Material, welches der Lehrer dem Schüler gibt (ist es herausfordernd für den Schüler oder sind es nur leichte Aufgaben usw.?)
      3. Feedback: gibt der Lehrer dem Schüler Feedback? ist das Feedback konstruktiv oder destruktiv? 
      4. Output: gibt der Lehrer dem Schüler die Möglichkeit seinen Output zu erklären wie bspw. gibt der Lehrer ihm viel oder wenig Zeit wenn er ihm eine Frage stellt usw.?
  • Der Pygmalioneffekt ist ein Besipiel für die Selbsterfüllende Prophezeiung = eine Erwartung, die man gegenüber jemandem oder etwasem hat beeinflusst das Verhalten gegenüber ebd. Person / Sache. Die wahrgenommene Person verhält sich dann so, dass diese Erwartungen erfüllt werden, da ihr quasi keine anderen Möglichkeiten bleiben (hat auch auf das Selbstkonzept des Wahrgenommenen eine Auswirkung). Genau dieses Verhalten deutet man dann als Bestätigung für seine Vorstellungen über diese Person. 

7

Beschreibe das Phänomen des Stereotype threat.

  • Stereotype Threat: 
  • bezeichnet die Angst einer Person, dass sie mit ihrem Verhalten die stereotypischen Vorstellungen und Annahmen bestätigt. Diese Angst führt besonders in Tests zu einer schlechteren Leistung.
    • Hierbei führen nur Untererwartungen (man erwartet eigentlich keine gute Leistung des Schülers) zu effektiv schlechteren Leistung. Die Übererwartung hingegen nicht. 
      • (ein Junge wird nicht aus Angst, dass er seinem Stereotyp gut in Mathe zu sein nicht gerecht wird die Prüfung versauen. Hingegen wird das Mädchen eine Angst entwickeln, den negativen Stereotyp (schlecht in Mathe zu sein) zu bestätigen.)

8

welchen Einfluss haben Peers auf die Leistung? Welche Effekte der Peer-Interaktionen bezüglich der schulischen Leistung gibt es? 

Kinder mit Verhaltens-, emotionalen und sozialen Problemen sind klar in ihrem akademischen Potenzial (auf Grund der Probleme) eingeschränkt, da die Interaktion mit anderen Kindern einen grossen Einfluss auf das Selbstvertrauen und das Selbstwertkonzept hat. Hierbei gibt es drei grundsätzliche Beziehngen:

  1. Kinder die ein positives Spielverhalten zeigen, zeigen auch eine bessere Lernaktivität im Klassenraum.
  2. Kinder die sich nicht wirklich an den Spielaktivitäten beteiligen (nicht mit anderen interagieren), sind unaufmerksamer im Klassenzimmer und weinger motiviert. 
  3. Kinder die im Spiel stören und Unruhen stiften sind auch im Klassenzimmer auffällig. ​

wenn Kinder ermutigt werden einander zu helfen, dann können sie sich nicht nur sozial- und persönlich entwickeln, sondern zeigen auch bessere Leistungen.

9

  • Was versteht man unter peer-assisted Learning? Beschreibe das Konzept.
  • Beschreibe ein Beispiel (Jigsaw Klasse).
  • Wieso funktioniert PAL (peer-assisted Learning)?

  • peer-assisted Learning (PAL):
    • ein genereller Begriff für Strategien im Klassenzimmer, die das soziale zusammenarbeiten und die gegenseitige Hilfe verbessern.
       
  • PAL hat eine signifikante Auswirkung auf die Leistungen der SUS, erhöht das Selbstvertrauen sowie die Motivation zu lernen und verbessert das soziale Verhalten.
     
  • Beispiel: Jigsaw Klasse: die SUS werden in kleine Gruppen eingeteilt und jedes Gruppenmitglied erhält Zugang zu bestimmten Materialien, welche es erarbeiten muss und dann den anderen vorstellen (die anderen bekommen die Materialien dann nicht und sind somit darauf angewiesen, dass ihr Mitschüler die Materialen gut bearbeitet).
     
  • PAL (und auch die Jigsaw Klasse) funktionieren aus den folgenden Gründen:
    1. ​​es verringert das kompetitive Verhalten (= kein Wettstreit unter den SUS, welcher die Leistung und das Selbstwertkonzept verschlechtern kann)
    2. es fördert das Zugehörigkeitsgefühl (besonders für etwas "speziellere" SUS positiv und wichtig)
    3. Teamwork betont auch den Spass und betont die Wichtigkeit eines positiven Klimas
    4. Peers können ein Feedback geben und einander gegenseitig ermutigen

10

wie können die Gründe für Gewalt in der Schule beschrieben werden?

Welche Theorie hilft zu erklären, wieso Gewalt in der Schule auftaucht? Was sind gemäss ebd. Theorie wichtige Aspekte?

was ist das Moral-Klima?

  • die Ursachen für GEwalt (insbesondere an der Schule) sind multikausal. Verschiedene Faktoren tragen dazu bei. 
     
  • die sozial-kognitive Lerntheorie (von Bandura) besagt, dass das Verhalten des Kindes dadurch beeinflusst wird, was das Kind als normal wahrnimmt und als normal erwartet (es wird vom Verhalten anderer Beeinflusst). Hierbei gibt es drei wichtige sozial-normative Prozesse:
    • Deskriptive Normen: beschreiben, was das Individuum als typisches Verhalten wahrnimmt (unabhängig davon, was eigentlich angemessen wäre).
    • Injunktive Normen: was wir erwarten, wie man sich verhalten sollte bzw. was von anderen gebilligt wird und was nicht, was sich sozial gehört und was nicht.
    • Normsalienz: man verhält sich gemäss der salienten Norm. ​​
       
  • Das wahrgenommene Verhalten (deskriptive Norm) hat keinen Einfluss auf das Aggressionslevel der Kinder. Hingegen die Erwartung darüber, wie sie sich zu verhalten haben (injunktive Norm) haben einen Zusammenhang mit dem aggressiven Verhalten.
  • Moral-Klima: bezieht sich auf die Überzeugungen und Glauben der Kinder wie angemessen ein bestimmtes moralisches bzw. unmoralische Verhalten (Gewalt) ist. ⇒ Das Moral-Klima beeinflusst dann eben das Verhalten der Kinder mehr als die deskriptive Norm.

*anm. Könnte es nicht sein, dass die Kinder von der deskriptiven Norm auf die injunktive schliessen (vom sein auf sollen schliessen) und deshalb nur die wahrnehmung der injunktiven Norm zum aggressiven Verhalten führt?