Kapitel 4 - Intervention and Evaluation Flashcards Preview

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Flashcards in Kapitel 4 - Intervention and Evaluation Deck (8)
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  1. Definiere was eine Intervention ist (Ziel davon)?
  2. welche drei Typen von Interventionen gibt es grundsätzlich? (wobei v.a. zwischen den beiden ersten unterschieden wird)

1. Intervention: ist eine Strategie, welche das Verhalten von Menschen verbessern soll (im Hinblick auf ein soziales Problem). Das Ziel ist hierbei das Verhalten zu ändern, um soziale Probleme zu lösen. → dies kann direkt oder indirekt geschehen.

 

2. es gibt folgende drei Typen:

  1. Personal Intervention = die Interventionen, die wir persönlich machen. Wir nutzen unser Sozialpsychologisches Wissen dazu, unseren täglichen Alltag zu verbessern.
  2. programmatic Intervention = sind Interventionsprogramme, welche einem bestimmten Ablauf folgen (Programm = eine organisierte Sammlung von "activities", welche so konzipiert sind, dass bestimmte "objectives" erreicht werden.)
  3. Trial Intervention = mit diesen will man überprüfen, ob die Intervention tatsächlich auch die Wirkung erzielt die man sich erhoft. 
    → ein Pilot Programm wäre auch eine Form der Trial Intervention

2

welche vier Schlüsselaufgaben / Schritte (Key Tasks) gibt es bei einer Intervention?

 ⇒ beschreibe sie  (FETTES KÄRTCHEN)

  1. das Problem identifizieren 
  2. zu einer Lösung gelangen (arriving at a solution)
  3. Ziele setzen und eine Intervention designen
  4. Umsetzung der Intervention

- das Problem identifizieren: hierbei gibt es zwei wichtige Aspekte zu klären:

  1. wer ist die Interessensgruppe der Intervention ⇒ Stakeholders = die Individuen, die Interessen an einer Veränderung haben und die vom Programm betroffen wären
  2. Bedarfsanalyse (Needs assessment) ⇒ ist ein Problem da? 
    → es gibt formale (gezielte und empirische Datensammlung) und informelle (Datensammlung aus dem Alltag) Bedarfsanalysen

- zu einer Lösung gelangen: hierbei ist es wichtig, dass man die Faktoren identifiziert, welche das Problem verursachen.

 ⇒ es gibt dabei verursachende und aufrechterhaltende Faktoren
 ⇒
als nächstes macht man eine Interventions Hypothese (Wenn... dann... -Charakter) →

- Ziele setzen und eine Intervention designen: hierbei werden die ... bestimmt:

  1. Program activitis (= Massnahmen, betrifft bestimmte Komponenten an denen man ansetzt), 
  2. Goals (= long-term outcomes, ultimatives Ziel), die 
  3. Objectives (= short-time outcome, Zwischenziele welche zum Goal führen)
  4. program logic model = die Theorie auf der man seine Intervention gründet, die theoretische Basis

- Umsetzung der Intervention: die aktivities einleiten und den ganze Shit umsetzen.

AUF DAS GANZE FOLGT DANN DIE EVALUATION

3

  • Wieso sollte man überhaupt eine Evaluation machen? Nenne 4 Gründe.
  • Nenne ein Beispiel einer gescheiterten Intervention sowie 4 mögliche Gründe, wieso eine Intervention scheitern kann.
  • Was ist Reaktanz und inwiefern ist es wichtig im Zusammenhang mit Interventionen?

  1. Hat theoretische Implikationen (taugt die Theorie was oder nicht?)
  2. aus ethischen Aspekten (man sollte auch zukünftig nur solche Interventionen in die Wege leiten, die einen positiven Effekt erzielen)
  3. aus finanzieller Verantwortung (die Intervention hat viel Geld gekostet, nun soll auch ihr Nutzen dargelegt werden)
  4. das Programm kann so verbessert und seine Effektivität gesteigert

 

Ineffektive Intervention:

  • Cambridge-Somerville Porject (man wollte verhindern, dass junge Erwachsene aus den Unterschichten kriminell werden und hat sie deshalb in somerschools untergebracht, wo sie zusätzliche Bildung bekamen. Das ganze ging aber in die Hosen, sie wurden noch krimineller als die Kontrollgrupper)
    ⇒ mögliche Gründe für das Scheitern einer Intervention: 
  1. das theoretische Modell ist falsch
  2. das Programm wurde nicht umgesetzt wie es geplant war
  3. die VPn zeigten eine Reaktanz 
  4. die Intervention vergisst wichtige kulturelle Aspekte 

Reaktanz = eine Abwehrreaktion, welche sich im Widerstand gegen die äusseren Umstände richtet. Wenn die Massnahme den Menschen das Gefühl gibt, in ihrer Freiheit eingeschränkt zu sein, dann verhelten sie sich absichtlich so, dass sie sich nicht in das Programm einfügen.

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Welche Typen von Evaluationen (3) kennst du?

  1. Process evaluation (auch formative evaluation): 
    • hat die Intervention die gewünschte Zielgruppe erreicht? (stakeholders)
    • wurden die activities wie geplant umgesetzt? (needs assessment)
       
  2. outcome evaluation (auch summative evaluation):
    • ​wie gut wurden ... erreicht
      • objectives (short-term outcomes)
      • goals (long-term outcomes)
         
  3. developmental evaluation: 
    • ​​wird genutzt, wenn die Intervention noch in einem frühen Stadium ist oder einer komplexe Situation betrift (wie bspw. Armut)
    • dieser Ansatz beinhaltet typischerweise das testen und experimentieren mit neuen Ansätzen (oder u.U. auch multiplen Ansätzen)

 

5

Beispiel: Alkoholprobleme auf dem Campus reduzieren

beschreibe wie man bei dieser Intervention vorgegangen ist. hierbei sollen dir die vier Schritte als Leitfaden dienen. (1. Problem identifizieren ,2. Lösung entwickeln, 3. Ziele setzen und die Intervention designen, 4. Intervention umsetzen UND zeigt die Evaluation?)

denke Daran, dass program logic Model zu beschreiben (beschreibe in diesem Zusammenhang auch den falschen Konsens und die pluralistische Ignoranz)

  1. Problem identifizieren: man hat bemerkt, dass 44% der Studenten sog. binge Drinking betreiben (fünf oder mehr Drinks in Folge). Weiter haben bisherige Erziehungs- und Aufklärungsversuche keine Wirkung gezeigt.
     
  2. eine Lösung entwickeln: 
  • die Lösung wird auf der Basis der social norm theory entwickelt (= program logic model)
    • drei Grundannahmen der Theorie:
      1. Individuen tendieren zu Normkonformen Verhalten.
      2. Individuen richten ihr Verhalten (manchmal) auch nach falsch wahrgenommenen Normen.
      3. wenn das Individuum merkt, dass die Norm falsch wahrgenommen wurde, wird sein Verhalten korrigieren (hin zur richtigen Norm)
    • Pluraistische Ignoranz ist, wenn die Mehrheit der Menschen annimmt, dass die anderen sich anders verhalten und anders denken als man selbst.
    • falscher Konsensus = man tendiert dazu, anzunehmen dass die anderen (der selben Gruppe) wie man selbst ist (was sie aber nicht sind). 

 

3. Ziele setzen und die Intervention designen

  • Goals = high risk und binge Drinking minimieren.
  • objeiktives = Missinterpretationen (des Verhaltens der anderen) verhindern.

4. Intervention umsetzen:
weil jedes Jahr neue Studenten kommen, muss man immer wieder die Plakate usw. machen, da diese wieder ihre eigenen, neue Fehlinterpretationen haben.

5. Die Evaluation zeigt, dass das Bingedrinking tatsächlich zurückgeht. 

6

Welche drei Theorien werden vorgestellt, die eine wichtige Rolle für die Interventionen spielen?  (eine davon = Repetition)

  •  social norm theory
    • geht davon aus, dass Normen (= geteilte Meinung / Glauben darüber, welches Verhalten in einer Gruppe akzeptiert ist und welches nicht) eine zentrale Rolle spielen im Leben der Menschen. 
      • Normen sagen also, wie man handeln sollte
      • Menschen verhalten sich so, dass ihr Verhalten mit den wahrgenommenen Normen übereinstimmt.
      • Menschen nehmen diese Normen aber oft falsch wahr.
      • wenn man merkt, dass man sich nach der falschen Norm richtet, dann wird man sein Verhalten an die richtige Norm anpassen.
    • Pluraistische Ignoranz ist, wenn die Mehrheit der Menschen annimmt, dass die anderen sich anders verhalten und anders denken als man selbst.
    • falscher Konsensus = man tendiert dazu, anzunehmen dass die anderen (der selben Gruppe) wie man selbst ist (was sie aber nicht sind). 
       
  • social learning theory = wir lernen ein Verhalten durch das Beobachten des Verhaltens und den beobachteten Konsequenzen des Verhaltens
     
  • fundamental attribution error = die dispositionellen Faktoren überschätzen und die situationellen Faktoren unterschätzen (wenn wir ein Handlung erklären wollen)

7

inwiefern beeinflusst die Psychologie die Politik? 

die Psychologie ist mehr oder weniger nicht in die Politik involviert. Jedoch fordert die APA, dass die Psychologie und deren Befunde mehr berücksichtigt und zu rate gezogen werden in der Politik, da sie wichtige Erkenntnisse bezüglich politischen Entscheidungen hat. 

 

übrigens: der alte Zimbardo (Standford Prison Experiment) ist Präsident der APA... :-O

Korrektur liam: Nö, Susan H. McDaniel :D

 

Dann eben "war". Anm. des Autoren.

8

Nenne zwei Aspekte / Themen einer Intervention (intervention issues, Liam, bitte übersetzen :) )

Process issues: 

  • betrifft die Rahmenbedingungen in denen eine Intervention stattfindet.
    1. eine Intervention muss finanziert werden (Budget-Rahmen) → die Intervention sollte so effektiv wie möglich sein! wir wollen doch keine Steuergelder verschwenden! 
    2. eine Intervention ist ein kolaborativer Prozess mit der Interessensgruppe (stakeholders) und die Verantwortung liegt entsprechend bei beiden Partien.
      ⇒ auch sind Interventionen i.d.R. interdisziplinär
    3. organisatorische-, gesetzliche- und politische Rahmenbedingungen 

 

Ethical issues:

  1. es müssen die individuellen Rechte beachtet werden (Menschenwürdige Behandlung und das Wohl des Menschen als höchstes Ziel)
  2. weiter muss man sich an die vertragliche Bedingungen halten (Einverständniserklärung)